Kfz-Steuern: Das ist bei Old- und Youngtimern zu beachten

In den Augen des Staats ist erst dann von einem Oldtimer die Rede, wenn ein Fahrzeug 30 Jahre oder älter ist. Youngtimer erfreuen sich bei Autoliebhabern zwar auch einer großen Beliebtheit, sie haben den Oldtimer-Status aufgrund ihres Alters aber noch nicht erreicht. Diese Fahrzeuge sind meist zwischen 15 und 20 Jahren alt und ihre Halter können daher noch nicht von den steuerlichen Vorzügen profitieren, die für Oldtimer vorgesehen sind. 

Denn dabei handelt es sich um „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut,“ so dass diese Wagen entsprechend ein H-Kennzeichen erhalten können. Dann gilt eine einheitliche Besteuerung von 191,73 Euro für ein Automobil und 46,02 für ein Oldtimer-Motorrad. Während die genannten Steuervorteile bei Youngtimern entfallen, macht sich die Ersparnis besonders bei Oldtimern, die zwar über einen kraftvollen Motor verfügen, dafür aber fernab der modernen Abgasnormen unterwegs sind, bemerkbar. 

Wie erreicht ein Fahrzeug den beliebten Oldtimer-Status?

Wir von Beresa Classic wissen, dass es mehr bedarf als nur ein Fahrzeug eines gewissen Alters, um nach dem Kauf eines klassischen Mercedes-Benz bei uns in Steinfurt-Borghorst ein H-Kennzeichnen zu erhalten. Ein klassisches Automobil muss nach dem Kauf beim Autohändler noch von einem Sachverständigen unter die Lupe genommen werden, um zu prüfen, ob die Oldtimer-Steuervorteile verdient sind. damit ein Fahrzeug als Oldtimer eingestuft wird, müssen seit dem Datum der Erstzulassung nicht nur mindestens 30 Jahre vergangen sein. Vielmehr müssen auch die folgenden Kriterien erfüllt sein:

• Das Automobil muss sich weitestgehend in einem originalen Zustand befinden
• Die Verkehrssicherheit muss sichergestellt sein
• Der Zustand des Fahrzeugs muss erhaltenswert sein

Damit ein altes Auto als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ eingestuft werden kann, müssen die bisherigen Besitzer also bereits in die Pflege und die Werterhaltung oder -steigerung des Fahrzeugs investiert haben. Ein altes Auto, welches sich nicht mehr fahren lässt oder an dem offensichtlich gehörig herumgebastelt wurde, so dass kaum mehr etwas von dem originalen Zustand übrig ist, ist offensichtlich nicht erhaltenswürdig. Außerdem wird der Oldtimer-Status in regelmäßigen Abständen bei jeder Hauptuntersuchung überprüft. 

Daher dürfen die Fahrzeughalter keine nachträglichen Änderungen vornehmen, welche diesen Status gefährden würden. Dazu zählt zum Beispiel die nachträgliche Montage eines fest installierten Navigationsgeräts oder Sportlenkrads. Wer bei Reparaturen oder Änderungen in Hinblick auf den Oldtimer-Status unsicher ist, sollte daher auf die Hilfe eines Fachmanns setzen. 

Weitere Vorteile des H-Kennzeichens

Der Erhalt des H-Kennzeichens geht nicht nur mit den bereits genannten steuerlichen Vergünstigungen einher. Vielmehr lohnt sich das H-Kennzeichen für Besitzer mehrerer Oldtimer ganz besonders. Sofern diese Fahrzeuge nur zu Oldtimertreffen, Messen und ähnlichen Veranstaltungen gefahren werden, reicht ein Wechselkennzeichen für alle Fahrzeuge aus. Während dann nur die Steuer für ein Fahrzeug fällig wird, sind Ausfahrten außerhalb der An- und Abreise sowie Teilnahme an den eben genannten Events, Probefahrten wie zum Beispiel zu Verkaufszwecken und Fahrten zu einer Werkstatt und Tankstelle nicht vorgesehen. Weiterer Vorteil: Umweltzonen dürfen ohne die Umweltplakette passiert werden. Youngtimer-Fahrer genießen nicht ganz so viele Steuervorteile. Immerhin wartet auch auf sie eine Ersparnis. Denn seit 2009 wird ein Zuschlag für den CO2-Ausstoß des jeweiligen Automobils erhoben, der bei Youngtimern ebenfalls entfällt.