Mercedes-Benz W 198 – eine Sportwagenlegende

Bei Beresa Classic haben wir unseren Kunden schon den einen oder anderen Mercedes-Benz Oldtimer sowie Youngtimer in Steinfurt-Borghorst zum Kauf anbieten können, der bereits während seiner Produktionszeit das Zeug zu einer echten Legende hatte. Viele Autohändler werden uns wohl zustimmen, wenn wir sagen, dass genau das auch bei der Mercedes-Benz Baureihe W 198 ausdrücklich der Fall war. Ein klassisches Automobil wie dieses ist und bleibt nicht nur dank seiner Flügeltüren unvergessen. Immerhin hat die Leserschaft des Oldtimer-Fachmagazins „Motor Klassik“ dieses Flügeltür-Coupé im Jahr 1999 zum „Sportwagen des Jahrhunderts“ ernannt. Sowohl 2011 als auch 2016 sind Dokumentarfilme zu dieser rollenden Wertanlage im deutschen Fernsehen erschienen. Dabei waren sich der SWR und die ARD einig: Bei diesem Autoschatz handelt es sich um eine echte „Legende der Straße“ sowie um eine wahre „Auto-Ikone.“

 

Die Flügel zum Glück

Nicht nur heute macht der hohe Seltenheitswert diesen Oldtimer für viele Liebhaber schier unerschwinglich. Auch während des Produktionszeitraums von 1954 bis 1963 gab es nicht viele Autofans, die sich solch ein Flügeltürer-Schmuckstück leisten konnten. Ein „Who’s Who“ der Bessergestellten ist daher auf der Liste der Erstkäufer wiederzufinden. Ob Romy Schneider, Gunter Sachs, Clark Gable, Henri Nannen, Herbert von Karajan oder Mohammad Reza Schah Pahlavi, sie alle mussten diesen flotten Flitzer einfach ihr Eigen nennen.

Ob als Roadster oder Coupé, die Baureihe W 198 konnte schon bei ihrer Erstpräsentation bei der International Motor Sports Show im Jahr 1954 in New York City an der Ostküste der USA für jede Menge Furore sorgen. Zur damaligen Zeit handelte es sich bei dem Mercedes-Benz Typ 300 SL (offizielle Verkaufsbezeichnung für diese Modellserie) um den schnellsten Sportwagen überhaupt. Kein Konkurrent konnte dem 300 SL in Bezug auf seinen Speed das Wasser reichen. In der Tat wurde der W 198 auch auf Basis eines echten Rennsportwagens, dem Modell W 194, entwickelt.

Dabei war der 300 SL zunächst nicht als Serienfahrzeug, sondern lediglich als Rennflitzer angedacht. Max Hoffmann, einem US-amerikanischen Importeuer, der die Kunden jenseits des Atlantiks mit Luxuskarossen Made in Germany versorgte, und seiner Bitte an Mercedes-Benz, solch ein Fahrzeug doch in Serie zu produzieren, haben die Sammler auf aller Welt die spätere Serienfertigung zu verdanken. Von den 1.400 Flügeltürern, die insgesamt vom Band liefen, wurden dann auch gut 1.100 Stück in die USA verkauft. Dies hat den Seltenheitswert hierzulande ungemein gesteigert.

 

Replikate verboten

Der hohe Seltenheitswert des Mercedes-Benz 300 SL hat auch die Replikate dieses Fahrzeugtyps überaus beliebt gemacht. Allerdings ist Mercedes-Benz inzwischen gerichtlich gegen die potentiellen Nachbau-Hersteller vorgegangen. Eine originalgetreue Nachbildung des 300 SL darf mittlerweile gar nicht mehr produziert werden. Denn die Form dieses Automobils hat der weltbekannte Autobauer für sich schützen lassen. Bereits hergestellte Replikate, wie zum Beispiel die Mercedes 300 SL Flügeltürer sowie die Mercedes 300 SL Roadster aus dem Hause Scheib, einer bekannten Automobilmanufaktur aus Bayern, waren von diesem Gerichtsurteil nicht betroffen. Im Jahr 2012 konnte der Autobauer seinen Rechtsanspruch nichts desto trotz auf sehr öffentlichkeitswirksame Art und Weise demonstrieren: Man ließ den Nachbau eines W 198 Fahrzeugs schlichtweg zerstören.